Computerzauberei

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  • 9783945175316
  • Aus dem Waisenhaus auszubüchsen, hatte Alexander sich viel schwieriger vorgestellt. Er war einfach nicht in den Schulbus gestiegen, der ihn zurückbringen sollte, und schon war er in der Freiheit. Schön war es, wieder mal durch die Stadt zu laufen, Alexander genoss es in vollen Zügen. Früher war er oft am Nachmittag durch die Fußgängerzone gebummelt und hatte sich die tollen Sachen in den Schaufenstern angeschaut, oder er hatte sich mit seinem Freund Maximilian auf eine Bank gesetzt und die Leute beobachtet. Dabei fanden sie immer etwas zu lachen. Ja, mit Maxi war es immer lustig gewesen. Alexander wäre jetzt gerne zu ihm gegangen, doch er fürchtete, dass dessen Eltern ihn zurückbringen würden. Dann wäre es vorbei mit Freiheit und Bummeln. Ach, er würde auch alleine seinen Spaß haben. Einen ganzen Monat war er nun schon in diesem dummen Waisenhaus. Seit seine Eltern den Unfall hatten, das war schlimm gewesen für Alexander. Sie waren einfach nicht vom Einkaufen zurückgekommen. Stattdessen standen plötzlich zwei Polizisten vor der Tür und versuchten ihm schonend beizubringen, dass seine Eltern tot waren. Zuerst hatte sich Frau Burkert, die Nachbarin um ihn gekümmert. Doch dann hatte ihn eine Frau vom Jugendamt abgeholt und ihn ins Heim gebracht. Sie hatte ihm erklärt, dass ein zehnjähriger Junge, wie er, nicht bei der Nachbarin bleiben konnte. Da er keine Verwandten hätte, bliebe für ihn nur das Kinderheim. Und dass es da schön sei, und er ganz viele Kinder zum Spielen hätte. Von wegen, es war gar nicht schön, und mit den Kindern dort konnte man auch nicht richtig spielen, jedenfalls nicht so, wie mit Maxi. Jetzt musste das Heim ohne ihn auskommen. Er hatte die Nase voll davon. Wovon er leben sollte, und wie er sich versteckt halten sollte, darüber machte er sich noch keine Gedanken. Erst als sein Magen anfing zu knurren, ging ihm auf, dass es vielleicht doch alles nicht so einfach war. Zunächst versuchte er es in Lebensmittelläden, wo manchmal Proben herumstanden. Er konnte auch tatsächlich ein paar Häppchen ergattern, aber satt wurde er davon nicht. Zu trinken fand er an den Brunnen der Stadt, auch wenn da stand: kein Trinkwasser. Alexander kümmerte sich nicht drum. Als es Abend wurde, war sein Hunger fast nicht mehr zum Aushalten. Die Freiheit hatte er sich irgendwie anders vorgestellt. Und wo sollte er schlafen? Normalerweise schläft man in so einem Fall unter einer Brücke. Aber diese Stadt hatte keinen Fluss, also auch keine Brücke. Nun war guter Rat teuer. Vielleicht eine Parkbank? Aber nein, da konnte er zu leicht von der Polizei gefunden werden. Und die würde schnell raushaben, dass er abgehauen war und ihn zurückbringen. Ratlos setzte er sich auf eine Bank und machte die Augen zu, um besser nachdenken zu können. „Kann ich dir helfen?“, hörte er plötzlich eine Stimme neben sich. Erschrocken zuckte er zusammen. Ein Mann in einem dunkelblauen Nadelstreifenanzug saß neben ihm und lächelte ihn freundlich an. Er hatte ein langes, schmales Gesicht und schwarze Haare, aber das Merkwürdigste an ihm waren seine grasgrünen Augen. Man hatte das Gefühl, in ihnen zu versinken, und Alexander fiel es schwer, seinen Blick davon abzuwenden. „Nein, nein!“, rief er schnell. „Du siehst einsam aus“, sagte der Mann. „Kann ich irgendwas für dich tun?“ „Nein, danke“, wehrte Alexander ab, „es ist alles okay.“ Er wollte aufstehen und davonrennen, denn er hatte Angst, dass dieser Mann ihn ins Waisenhaus zurückbringen würde oder vielleicht sogar Schlimmeres. Aber er konnte sich nicht rühren, es war als würden die grasgrünen Augen ihn auf seinem Platz festhalten. Kalter Schweiß brach ihm aus allen Poren, Panik ergriff ihn. „Hab keine Angst“, sagte der Mann. „Du bist ausgebüchst, nicht?“ Alexander nickte mechanisch. „Und du willst unter keinen Umständen zurück, hab ich recht?“ Alexander schüttelte heftig den Kopf. Er hatte plötzlich das Gefühl, dass dieser Mann ihn verstand, und dass er ihn nicht gleich der Polizei ausliefern würde. Er wurde etwas ruhiger. „Wie heißt du?“ wollte der Mann wissen. „Alexander.“ „Ich bin Bonifazius Magirus“, sagte der Mann im Nadelstreifenanzug und verbeugte sich leicht. „Du kannst mich Bonifazius nennen.“ „Gern, Bonifazius“, sagte Alexander, der langsam auftaute. „Und jetzt erzähl mal! Wo bist du ausgebüchst?“ Alexanders Miene verschloss sich wieder. Wollte der Mann ihn doch zurückbringen? „Du kannst es mir ruhig sagen“, versuchte Bonifazius Alexander zu beruhigen. „Aus dem Waisenhaus“, gab Alexander widerwillig zu. „Aber, wenn du versuchst mich zurückzubringen, renne ich ganz schnell weg.“ „War es da so schlimm?“, fragte Bonifazius mitfühlend. „Ach, es war halt alles ganz genau vorgeschrieben. Halb sieben aufstehen, waschen, sieben Uhr Frühstück, halb acht zur Schule fahren. Und nach der Schule ging es weiter. Hände waschen, essen, Hausaufgaben, gemeinsame Aktivitäten, Abendessen, ins Bett gehen. Das war’s dann. Keine Zeit für mich alleine, wo ich mal machen konnte, was ich wollte.“ „Verstehe“, nickte Bonifazius, „keine Stadtbummel, kein Faulenzen, kein Stromern.“ „Genau“, bestätigte Alexander. „Da wäre ich wohl auch abgehauen“, sagte Bonifazius verständnisvoll. „Dann kannst du mich ja verstehen und schickst mich nicht dahin zurück.“ „Natürlich nicht“, versprach Bonifazius. „Hilfst du mir vielleicht ein bisschen?“ Hoffnungsvoll schaute Alexander den Mann an. „Hmm, vielleicht.“ „Ich habe nämlich tierischen Hunger“, gestand Alexander, und wie zur Bestätigung knurrte sein Magen laut. „Das sollten wir ändern“, lächelte Bonifazius. „Magst du Spaghetti?“ „Klar!“, strahlte Alexander. „Dann komm mit! Ich koche dir eine Super-Tomatensoße dazu.“ „Klasse!“, freute sich Alexander. Die Aussicht auf etwas Essbares ließ ihn alles andere vergessen, zum Beispiel, dass man nicht mit Fremden mitgehen darf.
Alexander reißt aus dem Waisenhaus aus und gerät zu einem Zauberer, der ihn für seine bösen... mehr
Produktinformationen "Computerzauberei"

Alexander reißt aus dem Waisenhaus aus und gerät zu einem Zauberer, der ihn für seine bösen Absichten einspannen will. Gemeinsam mit der Katze Aphrodite versucht Alexander das Schlimmste zu verhindern.

Handcover - 57 Seiten

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