Dreiländerleuchten

Dreiländerleuchten
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  • 9783945175279
  • In der folgenden Nacht hatte Guido einen Traum: Er saß am Strand und schaute aufs Meer hinaus. Es war ein Moment völliger Ruhe und Ausgeglichenheit. In der Ferne sank die Sonne feuerrot ins Wasser, und am Himmel über ihm kreisten die Möwen und krächzten heiter vor sich hin. Plötzlich bemerkte Guido, dass sich schon seit geraumer Zeit jemand am Strand entlang auf ihn zubewegte. Noch war er einige hundert Meter entfernt. Er schritt nicht auf dem Trockenen, sondern lief barfuß durch das flache Wasser. Guido ahnte, dass der Fremde nicht zufällig hier unterwegs war. Die bevorstehende Begegnung machte ihm jedoch keine Angst. Er verspürte zwar Unruhe und Erwartung, aber er blieb dennoch im Einklang mit sich und seiner Umgebung. Während der Wanderer näher kam, wurde allmählich deutlicher, dass er nicht mehr jung war und ganz ungewöhnliche Kleidung trug. War das etwa ein Karnevalskostüm? Über dem weißen, aufgeknöpften Hemd trug der Fremde eine marineblaue Uniform, und in der rechten Hand hielt er einen Kapitänshut, wie ihn der Junge aus Piratengeschichten und Abenteuerfilmen kannte. Ein Seefahrer, dachte Guido, und seine Neugier wuchs. Als der Wanderer unseren kleinen Helden erreicht hatte, lächelte er ihn freundlich an und setzte sich wortlos neben ihn in den Sand. Guido gefiel das schmale, sonnengegerbte Gesicht des Fremden sofort, und er wusste auf Anhieb, dass dieser Mensch in guter Absicht gekommen war. Lange saßen sie schweigend nebeneinander und blickten aufs Meer hinaus, und Guido fühlte sich mit dem geheimnisvollen alten Mann unerklärlich wohl und wertgeschätzt. Ein seltsames Gefühl von Gemeinschaft und Übereinstimmung durchfuhr ihn, wie er es auch von besonders feierlichen Momenten mit seinen beiden Freunden kannte – vor allem, wenn sie abends auf ihrem Stein saßen und in den Sonnenuntergang schauten. Aber jetzt waren die wohligen Schauer, die ihn unablässig durchfuhren, noch viel stärker, und er hätte sich gewünscht, sie wären ewig so sitzen geblieben, dem leisen Rauschen des Meeres lauschend, und den vereinzelten, gut gelaunten Schreien der Möwen. Aber der Fremde hatte ihm etwas zu sagen; das wusste Guido jetzt schon. Er hoffte nur, dass es bis dahin noch ein wenig dauern möge, damit diesem besonderen Moment noch etwas mehr Zeit bliebe, sich in der Erinnerung einzubrennen. Es vergingen noch einige Minuten, dann sagte der alte Mann sanft: „Wir können nicht mehr warten, Guido, du wirst bald aufwachen.“ „Schade“, antwortete der Junge. „Es ist so schön hier.“ „Das stimmt“, bestätigte der Fremde. „Ich saß früher oft in dieser Bucht und habe mit dem Meer geredet. Damals war es allerdings noch viel schöner. Seitdem hat sich viel verändert. Deshalb bin ich ja auch hier. Ich muss dich um etwas bitten, Guido.“ „Mich?“, fragte Guido verwundert. „Was kann ich denn für dich tun?“ „Sehr viel“, erwiderte der Alte warmherzig. „Ich glaube sogar, dass es außer dir und deinen Freunden niemanden gibt, an den ich mich wenden könnte. Jedenfalls habe ich in der ganzen Kreuzförmigen See bis jetzt niemanden entdeckt, der mir geeigneter für diese Aufgabe erscheinen würde.“ „Eine Aufgabe?“, rief Guido, nun schon mehr erfreut als erstaunt. Was für eine aufregende Wendung sein Leben seit einiger Zeit nahm, dachte er, ohne dabei freilich zu bemerken, dass er bereits im Begriff war, Traum und Wirklichkeit zu einer Einheit zu verknüpfen. „Ja, Guido, eine Aufgabe“, bestätigte der Fremde und wurde nun auf einmal sehr ernst. „Ich habe mitbekommen, wie du gestern zu deiner Klasse gesprochen hast, denn ich lebe zwischen den Welten und bin auch dort, wo man mich nicht sieht. Deine Worte und dein Mut haben mich sehr beeindruckt. Du hast Zusammenhänge erkannt, die viele erwachsene Menschen sich noch nicht so deutlich bewusst gemacht haben. Und vor allen Dingen hast du erkannt, dass man nicht nur begreifen, sondern auch handeln muss, sonst ist die wertvollste Erkenntnis bedeutungslos. Deshalb bin ich heute zu dir gekommen, um dich zu bitten: Handele!“
Drei unentdeckte Inselstaaten im Südosten des Indischen Ozeans nehmen trotz ihrer totalen... mehr
Produktinformationen "Dreiländerleuchten"

Drei unentdeckte Inselstaaten im Südosten des Indischen Ozeans nehmen trotz ihrer totalen Isolation schon seit zweihundert Jahren dieselbe traurige Entwicklung wie die restliche menschliche Zivilisation. Auch in der "Kreuzförmigen See" scheint es keine Hoffnung mehr auf Erneuerung zu geben.
Drei zehnjährige Jungen erhalten von einem geheimnisvollen alten Schiffskapitän den Auftrag, die Inseln zu retten. Dafür müssten sie das "Leuchten" wiederfinden, verrät er ihnen und schickt sie auf die Suche. Aber was ist das "Leuchten"? Und wie kann es die Menschen zur Besinnung bringen?
Eine abenteuerliche Reise beginnt, auf der die drei Freunde lernen, zwischen Weisheit und Dummheit, zwischen Sinn und Unsinn zu unterscheiden, und an deren Ende sie schließlich in der Lage sind, den Menschen den Spiegel ihrer Seele vorzuhalten.

Paperback - 564 Seiten

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